Hier geht’s zum ersten Teil der Reise.
Dienstag, 10.2.2026

Wir sind zurück in Esperance und genießen den Luxus einer Campkitchen, Duschen und Waschmaschine.
Auch das Auto wird gut durchgespült, denn es liegt ein dickes Regengebiet über dieser Gegend. Leider ist der Toyo nicht ganz dicht. An manchen Stellen dringt Wasser nach innen. Nicht allzu schlimm.
Wir brechen schon um 7 Uhr auf und nutzen die Regen Lücke.
Auf dem Historic School Trail geht es über Grass Patch (Grasfleck)…


…und Salmon gums (Lachsgummi) nach Norseman. Wer sich diese Namen wohl ausgedacht hat?
Planänderung. Wir wollten von Norseman nach Hayden, den berühmten Wave Rock besichtigen. Die letzten Tage hat es jedoch so viel geregnet, dass viele Pisten überflutet sind und unsere Strecke gesperrt war.
Wir haben in Norseman ein Paar gesehen, die ihr Auto von innen und außen putzen mussten🙄.


Hier gibts Infos zu Kalgoorlie
Wir fahren deshalb weiter nach Kalgoorlie zu Kaffee und Snack und spritzen dort das Auto ab.




Über Menzies geht es nach Osten zum Skulpturen Park Lake Ballard. Wir wurden gewarnt, dass es hier so heiß ist, dass das Brot in einer halben Stunde in der Plastiktüte austrocknet und dass man sich immer wieder runterkühlen muss, hier in der Wüste.
Wir erleben das krasse Gegenteil.




Wir genießen es, denn bei Hitze ist hier sicher mehr los und es hat dann unendlich viele Fliegen.
Ein kleiner Exkurs zu den vielen Trockenseen hier in Westaustralien:
Westaustralien ist berühmt für seine riesigen, oft strahlend weißen Salzseen (Playas), die wie Farbtupfer in der kargen Landschaft wirken. Ihre Entstehung ist eine faszinierende Mischung aus uralter Geologie und extremem Klimawandel.
Hier ist der Prozess einfach erklärt:
1. Ein Erbe der Antike (Paläoflüsse)
Vor Millionen von Jahren war Westaustralien kein trockener Kontinent, sondern von üppiger Vegetation und großen Flusssystemen geprägt. Diese sogenannten Paläodrainagesysteme flossen durch das flache Land. Als sich der australische Kontinent vor etwa 30 bis 50 Millionen Jahren nach Norden in trockenere Breitengrade schob, versiegten diese Flüsse langsam.
2. Die Blockade der Abflüsse
Durch tektonische Hebungen und die zunehmende Trockenheit verloren die Flüsse ihre Kraft, das Meer zu erreichen. Das Wasser begann in den flachen Becken der alten Flussläufe zu stehen. Da es keinen Abfluss mehr gab (endorheische Becken), sammelten sich dort Sedimente und gelöste Mineralien.
3. Verdunstung und Salzkonzentration
In den letzten paar Millionen Jahren wurde das Klima immer extremer. Die Verdunstungsrate überstieg die Niederschlagsmenge bei weitem.
* Der Prozess: Regenwasser wäscht geringe Mengen Salz aus den Felsen und dem Boden oder bringt „zyklisches Salz“ vom Ozean über den Wind mit.
* Das Ergebnis: Da das Wasser in den Becken gefangen ist und verdunstet, bleibt das Salz zurück. Über Jahrtausende entstanden so dicke Krusten.
4. Grundwasser-Interaktion
Diese Seen sind heute meistens trocken, aber sie sind „Fenster“ zum Grundwasser. Unter der Oberfläche befindet sich oft extrem salzhaltiges Grundwasser (Sole). Durch Kapillarkräfte steigt dieses Wasser nach oben, verdunstet an der Oberfläche und hinterlässt immer neue Schichten aus Gips und Halit (Steinsalz).
Warum sehen sie so unterschiedlich aus?
* Weiße Seen: Bestehen fast nur aus reinem Salz.
* Rötliche/Braune Seen: Enthalten viele Eisenoxide und Tonsedimente aus der Umgebung.
Ein kleiner Fakt am Rande: Viele dieser Seen füllen sich nur alle paar Jahrzehnte nach massiven Zyklonen im Landesinneren. Dann verwandeln sie sich kurzzeitig in Lebensräume für Tausende von Wasservögeln, bevor die Sonne sie wieder in eine Salzwüste verwandelt.
Viele dieser Seen (wie der Lake Ballard) werden heute auch als Kunstgalerien oder für Geschwindigkeitsrekorde genutzt.
Lake Ballard, hier kann man noch Bilder aus der Nähe und bei Sonne sehen
Der Lake Ballard ist einer der faszinierendsten Salzseen Westaustraliens, da er Naturwunder und moderne Kunst auf einzigartige Weise verbindet.

Donnerstag, 12.2.2026
Am nächsten Morgen geht es wieder früh los, zunächst Richtung Sandstone auf noch geteerter Piste, die irgendwann jedoch in Gravelroad übergeht. Der Untergrund wird immer weicher und laut Karte führt die Strecke durch Trockenseen, die ja bekanntlich momentan alles andere als trocken sind. Da beschließen wir umzukehren und über Menzies und Leonora auf der geteerten Straße weiter Richtung Geraldton zu fahren. Besser so🤗.
Kurz vor Leonora liegt die Gwalia historic mine, die anschaulich zeigt wie die Bergleute um 1900 hier gelebt haben.






In der Region um Kalgoorlie und Leonora befindet sich das Herz der australischen Bergbauindustrie. Die Gegend ist Teil der „Eastern Goldfields“ und weltweit vor allem für ihre gigantischen Gold- und Nickelvorkommen bekannt.
Wir landen dann in Sandstone, einem bezaubernden kleinen Ort, der einen an Western denken lässt.






Am Abend lässt uns der farbenprächtige Himmel staunen.
Nach drei sehr anstrengenden Tagen durchs Outback spielt das Thema Regen und Kälte keine Rolle mehr. Jetzt sind wir mit Hitze konfrontiert. Wir sind über Mount Magnet, Yalgoo, Mullewa auf dem Weg an die Küste nach Geraldton. So viele tote Kängurus am Straßenrand 🥴, Opfer der unzähligen Road trains hier auf den Straßen, bis zu 60 Meter lange Trucks, die nicht bremsen können für Tiere.


Leider ist die Klimaanlage im Auto wieder ausgefallen. In Geraldton haben wir mehrere Werkstätten abgeklappert, aber erst in 2 Wochen einen Termin bekommen. So bleibt uns nichts anderes anderes übrig als schwitzen 😓.
Am Coronation Beach etwas nördlich von Geraldton werden wir bis morgen bleiben.

Wir haben nach den vielen Stunden im Auto keine Lust sehr weit zu fahren. So versorgen wir uns in Horrock mit Trinkwasser…

…lassen Luft ab

und finden bei Little Bay (bei Northampton) einen Platz direkt am Strand.

Sonntag, 15.2.26
An der Hutt Lagoon mit seiner pinkfarbenen Erscheinung vorbei, durch den Nationalpark Kalbarri mit seiner schroffen Küste ging es heute auf den Tasman Holiday Park in Kalbarri, wo der Murchinson River angereichert mit roter Erde sich ins Meer ergießt. Ein beliebter Ort für Pelikane.




Montag, 16.2.26
Unser heutiges Ziel ist der Shark Bay Marine Park auf der Peron Halbinsel. Wir haben eine Buchung auf dem Whalebone Campsite.


Am Hamelin Pool staunen wir über die einzigartigen noch lebenden Stromatolithen.
Stromatolithen gehören zu den ältesten Lebensformen der Erde.
Schon vor über 3 Milliarden Jahren existierten ähnliche mikrobielle Gemeinschaften. Sie spielten eine entscheidende Rolle bei der Anreicherung von Sauerstoff in der Erdatmosphäre – lange vor den Dinosauriern.
Was wie einfache Steine im flachen Wasser aussieht, sind lebende Zeugnisse der frühesten Erdgeschichte.
Aus winzigen Mikroben entstehen über Jahrtausende beeindruckende Strukturen – ein Beispiel dafür, wie „aus kleinen Dingen große Dinge wachsen“.


An der Whalebone Campsite, die Frank unter viel Mühe und langer Wartezeit auf der Nationalpark Seite gebucht hatte, ist es so stürmisch, dass wir bei einer Tasse Kaffee überlegen, ob wir tatsächlich hier bleiben wollen.

Schnell sind wir uns einig, dass es keinen Sinn macht nur im Auto zu sitzen. Wir fahren nach Denham auf den Tasman Caravan Park und sind sehr froh über diese Entscheidung.


Dienstag, 17.2.26
Auf der Peron Halbinsel gibt es Einiges anzuschauen. An der farbenprächtigen Little Lagoon begegnen uns Emus am Morgen.


Australian breakfast gibt’s an der Campsite….


…bevor wir zur Big Lagoon im François Peron Nationalpark aufbrechen. Hier muss wieder der Reifendruck verringert werden.


Der nördliche Teil der Halbinsel ist gesperrt, der Zyklon hat auch hier viele Pisten unpassierbar gemacht.
Mittwoch, 18.2.26
Wir fahren noch einmal in den François Peron Nationalpark, denn wir wollen heute an der Herald Bight Bay übernachten und staunen nicht schlecht als die Strecke ans nördliche Ende geöffnet wurde.
Also los geht’s, der Toyo wühlt sich hoch zum Cape Peron. Einmal mehr schätze ich den V8 Motor des Ozi Toyo.





Frühstück gibt es am Skipjack Point…

…und Adlerrochen, Haie, Delfine und Schildkröten. Gebannt schauen wir aufs Wasser.



Donnerstag, 19.2.26
Bei großer Hitze mit Sprühfläschchen im Auto zum abkühlen und vielen kalten Getränken erreichen wir Carnarvon und hüpfen als erstes in den Pool des Coral Coast Holiday Parks. Die nächste Abkühlung gibt es dann im Woolworth beim Einkauf.

Da wir zwei Tage in Carnarvon am Gascoyne River verbringen, nutzen wir den nächsten Tag um uns die Blowholes am Quobba Beach anzusehen. Auch ein fantastisches Schnorchelgebiet, Aquarium genannt. Tatsächlich sind wir zum optimalen Zeitpunkt der Tide da und freuen uns über die Vielfalt an Fischen, Rochen, Seesternen und Korallen.





Unser nördlichster Umkehrpunkt ist hier in Exmouth erreicht. Es ist heiß hier. Ich buche uns für 3 Nächte auf dem Ningaloo Caravan Park ein, denn hier gibt es die Möglichkeit sich in der klimatisierten Camp kitchen abzukühlen oder einfach in den Pool zu hüpfen. Die vierte Nacht bekam ich dann geschenkt. Nehmen wir. Von hier aus werden wir Tagesausflüge zum Saumriff Ningaloo unternehmen. Die Strände um Exmouth haben wir uns heute angeschaut und einen Blick auf das Wrack der Mildura geworfen.



Heute Sonntag, 22.2.26 war Schnorcheltag. Begonnen an der Lakeside Snorkeling Area, wo man sich von der Strömung treiben lässt zur Oyster Stacks Snorkeling Area, die etwas schwierig beim Ein- und Ausstieg ist, und den krönenden Abschluss an der Turqoise Bay, mit einer der schönsten Strände hier im Cape Range Nationalpark. Und so verlaufen auch die nächsten Tage mit schnorcheln, essen, schlafen.








Wir freuen uns heute auf Osprey Bay, wo wir eine Nacht gebucht haben. Das Auto wurde mal vom Salz und Schmutz befreit, wir haben gutes Brot genossen und die Vorräte aufgestockt.









Freitag, 27.2.26
Osprey war unglaublich schön. Beim Schnorcheln habe ich unzählige Schildkröten, Rochen und sogar einen Weißspitzen Riffhai entdeckt und die Vielfalt an Fischen hat uns sehr beeindruckt.





Gestern fuhren wir offroad bis Winderabandi, wo wir zwei Nächte gebucht hatten.

Ein absoluter Traumstrand und Stellplatz direkt am Meer. Leider sind wir so sehr von Sandflies und Horseflies (Bremsen) gepiesackt worden, dass wir Juckreiz am ganzen Körper hatten und die Nacht mit Kratzen verbrachten. Unsere Nachbarn saßen den ganzen Tag im klimatisierten Offroad Wohnwagen und kamen erst am Abend raus, dafür waren sie dann bis weit nach Mitternacht wach, wohl aus diesem Grund.

So sind wir heute nach einem Schnorchelstopp in Sandy Bay, wo wir erneut von den Biestern attackiert wurden nach Exmouth zurück auf den alt bekannten Ningaloo Caravan Park. In Exmouth haben wir für morgen eine Schnorcheltour, die direkt zum Ningaloo Riff führt, gebucht.
Samstag, 28.2 26
Unsere Schnorcheltour konnte wegen Sturm nicht stattfinden. Wir konnten sie jedoch auf Montag umbuchen. So haben wir diesen heißen Tag (42°Grad) ohne große Aktivitäten verbracht.

Am Abend sind wir allerdings zum Strand gefahren um das Schlüpfen von Schildkröten und ihren Weg ins Meer zu beobachten. Absolut faszinierend!



Montag, 2.3.26
Heute fand unsere Schnorchelttour auf dem Glas Bottom Boat bei bestem Wetter statt.


Ningaloo hat noch erstaunlich viele intakte und riesige tausendjährige Korallenblöcke.
Dienstag, 3.3.26
Die nächsten drei Tage verbringen wir in Maggies Camp direkt am Strand, bewaffnet mit Lotion gegen Sandflies und sonstige Beißer. Hoffentlich hilfts, die letzten sind noch nicht verheilt😏.
Donnerstag, 5.3.26
Durch die mit Termitenhügeln durchsetzte Landschaft…

…geht es zur nördlichen Route nach Maggies Beach.


Ein fantastischer Ort und nur ein weiteres Paar dort, Christian and Sabrina. Wir genießen den Tag mit schnorcheln, baden, spazieren und aufs Meer schauen.









Am nächsten Tag jedoch dreht der Wind und kommt aus dem Landesinneren, direkt aus der Wüste, wie ein heißer Fön und bringt Myriaden von Fliegen mit, die in die Augen, Nase, Ohren und Mund kriechen und alle Stellen des Körpers bedecken. Im Auto sind ebenfalls alle Flächen von Fliegen besetzt. Wir verbringen viel Zeit im Wasser, wo ich auch mein Müsli esse. Die Situation hat sich nicht gebessert bis heute. Wir fahren gemeinsam mit Christian und Sabrina nach Coral Bay. Die Beiden wollen sich erholen von den Fliegen und essen gehen. Wir bleiben in Coral Bay auf dem Peoples Park Campingplatz und kümmern uns um eine Buchung für eine Schnorcheltour mit Mantarochen.




Unser Schorcheltrip findet morgen statt. So schauen wir uns heute das Five Fingers Reef an. Sicherlich eines das man zu den schönsten weltweit zählen kann. Farbenprächtige intakte, ausladende Korallen und unzählige Fische in schillernden Farben und Mustern.

Samstag, 7.3.26
Unsere Ecotour zu drei verschiedenen Schnorchelstopps war absolut beeindruckend. Wir haben mit Haien, Mantas und Schildkröten geschnorchelt und immer wenn man dachte, schöner geht es nicht mehr, setzt das Ningaloo Reef noch eins drauf.





Dienstag, 10.3.26
Noch einmal waren wir für zwei Tage an Maggies Beach bei Wind aus SSW und damit aus Richtung des Meeres. Christian und Sabrina waren noch da. Als wir ankamen herrschte helle Aufregung, ein junges Paar hatte sich mit der Flut vertan. Sie wollten ihr Boot an den Strand ziehen, dabei versank ihr Trailer und die hintere Hälfte des Autos bereits im Meer. Unser Motor war warm, die Reifen auf 20 PSI abgelassen, so hat der gute alte Toyo mit einem Ruck das Auto befreit. Den Trailer und das Boot konnten sie dann mit Sabrinas und Christians Hilfe selbst heraus ziehen. Zum Dank erhielten Christian und Sabrina den gefangenen Lobster, den sie für uns alle gebraten und geteilt haben. Ein köstliches Essen.

Wir sahen beim Schnorcheln an Maggies Beach Schildkröten, einen Hai, unzählige Rochen, eine Moräne, einen Anemonenfisch und einen Oktopus.





Und nun sind wir bereits in Richtung Süden unterwegs. Das Ende der Reise naht und wir wollen im Landesinneren noch ein paar Highlights anschauen. Heute werden wir es bis Carnarvon schaffen, Lebensmittel aufstocken und Ordnung schaffen im Auto.
Zur Rückreise nach Perth geht’s hier entlang.

